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Chronische Behandlung / Akute Behandlung

 


Grundsätzlich sollte ein Fachmann zu rate gezogen werden, da das finden des Simile und die Beobachtung des spezifischen Heilungsverlaufes einer Person mit Erfahrung bedarf.

 

Der Laie sollte von Potenzen über der C12 Abstand halten.

 

Akute Erkrankungen sind von chronischen Erkrankungen zu unterscheiden.

 

Außerdem wichtig: in der Homöopathie wird die Symptomengewichtung ganz anders gehandhabt als in der herkömmlichen Medizin.

Zum Beispiel steht bei der Ermittlung im akuten Fall, die Ursache, das was die Erkrankung ausgelöst hat, an erster Stelle. Z.B. Erkältung durch nasse Füße. Die Ursache "nasse Füße" bekommt die höchste Gewichtung vor allen anderen Symptomen.

 

Die Anamnese im Akut fall unterscheidet sich sehr von der Anamnese im chronischen Fall.

 

Die Anamnese im chronischen Fall ist viel spezifischer auf das Individuum ausgerichtet und kann mehrere Stunden dauern.

 

* Chronische Behandlung:

 

einen kurzen Überblick über den Behandlungsverlauf chronischer Erkrankungen:

 

Bei der Ermittlung im chron. Fall haben die Symptome, die:

Auffallend, sonderlich, ungewöhnlich, und charakteristisch

sind, höchste Priorität.

 

Bei chron. Behandlung erwartet der Homöopath eine bestimmte Reihenfolge der Heilung.

Der Heilungsprozess geht in der Regel stufenweise vor: HERINGschen Regel:

 

  • von oben nach unten (Kopf zu Fuß)
  • von innen nach außen ( Hautausschläge zuletzt)
  • in umgekehrten Reihenfolge ihres Entstehens (also die jüngsten Symptome verschwinden zuerst!)

 

Außerdem wird mit so etwas wie einer "Erstverschlimmerung" gerechnet.

 

Nur das Verschwinden einiger Symptome kann hier nicht zufriedenstellend sein, der Homöopath beobachtet den Heilungsverlauf des Patienten engmaschig, denn der Heilungsweg zeigt sich wie folgt:

Eine Besserung des Befindens (Gemüht) ist ein sehr positives Zeichen und steht in der Homöopathie an erster Stelle! Die Gabe sollte durch kleinliche Beschwerden z.B. durchfällige Stühle, leidliche Schmerzen,... Nicht unterbrochen werden, zumal wenn diese von früher her bekannt sind.

 

Mit anderen Worten: Das potenzierte Mittel stimuliert die Lebenskraft, die mit einer Art Hausputz reagiert. Es ist ein positives Zeichen. Erstens wissen wir dadurch, dass die Lebenskraft noch lebendig ist, und zweitens, dass sie noch stark genug ist, sich selbst wieder zu regenerieren.

Das einzigartige an der homöopathischen Erstverschlimmerung ist jedoch, dass der Geist zunehmend Frieden findet, während der Körper noch leidet.

Der Patient bemerkt oft: Mein Ischias und mein Rücken sind schlimmer, aber ich bin nicht so verärgert und nervös, ich nehme die Dinge leichter.

Willensstärke, Denkvermögen und Selbstvertrauen bessern sich zuerst. Schmerz, Hautausschläge und andere physischen Symptome verschwinden später.

Während der homöopathischen Erstverschlimmerung werden die bestehenden Symptome intensiver. Alte Symptome, die der Patient möglicherweise schon vor Jahren erlebte, können zurückkehren. Dies deutet darauf hin, dass die Lebenskraft des Kranken noch immer die Last der vergangenen Krankheit zu tragen hat, weil diese nur unterdrückt und nicht geheilt waren.

Auch auf der mentalen Ebene zeigt sich die homöopathische Erstverschlimmerung. Menschen, die Schwierigkeiten hatten zu weinen, könnten nun anfangen zu weinen, und manchmal können sie dafür keinen Grund angeben.

Menschen, die sich nie oder selten erlaubt haben dahin zu schmelzen, die sich immer unter Kontrolle hatten und keine Emotionen zeigten, könnten es als unangenehm und peinlich empfinden, wenn sie beginnen zu reagieren. Sie sagen dann oft: "Ich kenne mich selbst nicht wieder", "ich kann mich nicht entsinnen, je so empfindsam gewesen zu sein.", usw.

 

Was diese Patienten durchleben, ist Selbsterkenntnis und Nähe zu ihrer eigenen Seele. Es ist eine von Gott gegebene Chance, die eigene Identität zu entdecken. Es ist wie eine Neugeburt.

Wir wissen, dass die Lebenskraft während der homöopathischen Verschlimmerung ihr Haus gründlich durch putzt.

 

*Akut Erkrankungen:

 

Akute Erkrankungen sind von den Chronischen zu unterscheiden, bei dem suchen nach dem Simile werden die Symptome nämlich nach anderen Gesichtspunkten bewertet.

 

Wir Beginnen mit der Anamnese.

 

Die 6 W´s der Akutanamese:

  • Wodurch wurden die Beschwerden ausgelöst? ( allg. Modalitäten)
  • Wo sind die Beschwerden und Empfindungen?
  • Wie sind die Beschwerden und Empfindungen?
  • Was bessert oder verschlechtert die Beschwerden?
  • Wann treten die Beschwerden auf?
  • Was hat sich sonst noch geändert?
  • psychische Veränderungen, haben die höchste Wertigkeit!!!
  • Durst, Appetit, Verdauung, Wahrnehmung, ...

 

Die Hierarchisierung der Akutsymptome:

 

  • Causa/Ätiologie = Ursache oder Auslöser der Erkrankung, hat die höchste Wertigkeit!!!

 

 

Beispiel: Ein Kind mit Mandelentzündung und Fieber, fühlt sich sehr elend durch das Fieber. Das Fieber ist aber gar nicht so hoch wie für diese Erkrankung typisch!

Daraus schließt der Homöopath, dass das höchstrangigste Symptom des Falles, dass des unterdrückten Fiebers ist. Im Repertorium unter der Rubrik unterdrücktes Fieber finden wir dann verschiedene mögliche Mittel, diese werden mit den möglichen Mitteln der restlichen Symptome verglichen. Das Ähnlichste wird genommen.

In diesem Fall ist das Mittel der Wahl Nux Vomica. Einer der Hauptmittel bei Unterdrückung.

Auch betonen möchte ich, dass dies überhaupt nicht bedeutet dass, wir bei allen Mandelentzündungen Nux Vomica geben sollten. Die Mittel können nur nach Repertorisation ermittelt werden.

Nux Vomica wird auch häufig bei Abusus z. B. Alkohol gebraucht. Auch bei div. Bauchbeschwerden,...

Wir können die homöop. Mittel nicht in Kategorien einordnen, so wie bei anderen Medikamenten; für Kopfschmerzen, für Halsschmerzen,... Vorgegangen wird.

 

  •  Symptome der Akuterkrankung
  •  Modalitäten = Besonderheiten : unter bestimmten Umständen Verbesserung oder Verschlechterung
  •  Begleitsymptome

 

 

Dosierung/ Regeln:

 

Je höher die Potenz, um so genauer muss das Akutmittel repertorisiert werden!

Faustregel: je unerfahrener der Behandler, desto niedriger sollte die ausgewählte Potenz sein (Laie bis C12).

 

Die schnellste Potenz bei Akuterkrankungen ist die C30

und in Notfallsituationen wirkt die C 200 am schnellsten p.o.

 

Anwendung: 5 Globuli in einem halben Glas Mineralwasser auflösen, Plastiklöffel verwenden, vor der Einnahme 10 X Umrühren (= Dynamisierung)

20 Min. vor / nachher nichts essen, trinken

Glas mit Untertasse für die Zeit der Behandlung abdecken

 

Norm - Dosierung:

Anfangen mit alle 2 Stunden 1 Löffel, nach Besserung (spätestens nach einem Tag) nur noch

3 X täglich für einen Tag,

dann 2 X täglich für einen Tag,

dann 1 X täglich für einen Tag